Wann macht Scaled Agile Framework (SAFe) Sinn

Als ich mich kürzlich auf einer Konferenz mit anderen agilen Coaches ausgetauscht habe, stellten wir uns die Frage nach unserer Haltung zu SAFe. Kurz zur Erläuterung: Das ist ein Framework, das mehrere agile Teams koordinieren soll, damit sie gut auf einer Ebene arbeiten können. Mich interessierte die Erfahrung aus der Praxis derer, die schon damit gearbeitet haben und nicht nur die Theorie aus Büchern.

Agile im Team-, Programm- und Portfoliomanagement

Welche Ansätze, welche Prinzipien, welches Framework können dabei helfen, um die Arbeitsorganisation in großen Projekten mit mehr als fünf Teams sicherzustellen? Damit sie dabei unterstützt werden, neue Produkte und Lösungen in kürzester Zeit nachhaltig auf dem Mark zu etablieren.

Eines davon ist eben SAFe, das Scaled Agile Framework, eines der verbreitetsten Rahmenwerke, um agiles Handeln zu skalieren. Ein System, das Verantwortlichkeiten und Aktivitäten auf Team-, Programm- und Portfolio-Ebene koordiniert. Für eine schlanke und effektive Produktentwicklung, die gleichzeitig die Produktivität und Flexibilität aller Beteiligten fördert.

Es gibt vor, ein „Team of teams“ zu etablieren, also ein Zusammenschluss mehrerer agiler Teams. Dieses hält einen Dependency Board ab, um die Prioritäten und Abhängigkeiten der einzelnen Teams darzulegen und miteinander zu besprechen. Danach soll sich dies durch das komplette Projekt ziehen, um die wichtigsten Ziele zu definieren und zu realisieren. Soweit die Theorie, mich interessierte nun die Praxis:

Fazit meines Austauschs mit den erfahrenen Kollegen: Skalierung soll vermieden werden, wo es nur geht. Ich war nicht wirklich überrascht, jedoch überrascht von der Vehemenz dieser Aussage. Die weitere Empfehlung lautete: Lieber auch zehn Teams parallel laufen lassen und die Product Owner tauschen sich aus, als ein extra Framework einzusetzen.

Zwei Erkenntnisse waren elementar: Als erstes wurde die Gefahr genannt, dass das Management der alten Schule sich zu sehr einmischt und kontrollieren möchte. SaFe gibt dieser Personengruppe zu viele Möglichkeiten. Dies geht sogar so weit, dass niemand mehr von einem Dependency Board sprechen möchte, sondern von „Big Room Planning“. Außerdem wird der Overhead schnell zu groß gegenüber seinem Nutzen.

Mehr Raum für gute Kommunikation statt SAFe

Statt auf Prozesse zu setzen, lieber mehr Raum für gute Kommunikation stiften. Es ist also wichtig Kommunikationsräume zu schaffen, in denen sich Teams und Teammitglieder austauschen können. Dazu kann man über die verschiedenen Ebenen etablieren. Auch bietet es sich an Chapters einzuführen, sprich Teammitglieder verschiedener Teams mit gleichen fachlichen Themen zu verbinden, damit diese sich gegenseitig Dailies und Sprints geben können.

Für sehr große Organisationen hingegen macht SAFe durchaus Sinn, um Teams, Programme und Strukturen in ihren Vorhaben transparenter und effektiver zu gestalten. Aber nicht starr nach Plan eingesetzt, sondern nach eigenen Regeln gestaltet, die für das Projekt sinnvoll sind.

Viele Projekte haben von den gängigen Frameworks wie SAFe, LeSS, Nexus, Scrum of Scrum und weiteren die besten Methoden für ihre Ziele adaptiert und zu eigen gemacht. Dies funktioniert wunderbar. Mein Fazit: Praktischer Austausch kann sehr wertvoll sein und zeigt eine andere Realität, als in Büchern häufig versprochen.

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Foto: The New York Public Library I Unsplash

Wie Sport und Beruf schaffen?

„Sascha, wie schaffst du es bei deinem Tagesablauf und der engen Taktung deiner Termine eigentlich, sogar noch regelmäßig Zeit für deinen Sport zu finden?“
Diese Frage erreichte mich vor kurzem aus meinem Netzwerk.

Diese Frage lies mich etwas innehalten, denn für mich ist der nahezu tägliche Sport zum Ausgleich fast schon so gesetzt wie das Amen in der Kirche: Für den Sport gibt es in meinen Augen keine Ausreden. Auch gravierendere Gründe, wie etwa der stressige Beruf oder die enge Termintaktung dürfen keine sein, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Also, ganz konkret: Um produktiver, effektiver und somit auch persönlich zufriedener zu sein, gewähre ich mir bewusste Zeitfenster für meinen Sport. Denn als sportlicher Mensch fühle ich mich einfach leistungsfähiger, wenn ich mich regelmäßig bewege. Sport hilft mir also im übertragenen Sinne dabei, meine beruflichen Ziele zu erreichen. Wäre es denn dann nicht grob fahrlässig, ihn insbesondere in fordernden Zeiten schleifen zu lassen? Natürlich wäre es das! Und wie lautet die Lösung? Es müssen eben einfache Regeln her, um die Zeit dafür frei räumen zu können.

Wie ich mein Training im Meeting-Sturm konsequent einhalte

Stichwort „persönliche Selbstorganisation“: Das moderne Leben will eben klug organisiert sein. Im Prinzip ist das der Befreiungsschlag, um sich eben nicht in Kleinigkeiten zu verzetteln oder sich im permanent geforderten Multitasking zeitlich unterzugehen. Ich habe die Zeit stets im Blick, gehe gedanklich meine Timeline durch, um abschätzen zu können, was wie lange dauert und wofür ich mir wann bewusst Zeitfenster einbauen kann. Dafür stelle ich mir etwa den Wecker am Smartphone.

Insbesondere bei der gestellten Frage ging es darum: Wie beantworte ich alle E-Mails, wenn ich den ganzen Tag in einem Seminar präsentiere? Und wie mache ich dann noch Sport? Nun, während des Tages schaue ich nur sehr kurz in meine E-Mails und markiere diese, die wirklich wichtig sind. Abends gebe ich mir ein Zeitfenster von 30 bis 60 Minuten, um diese zu bearbeiten. Länger habe ich dazu sowieso keine Konzentration mehr. Zudem erstelle ich eine Abwesenheitsnotiz, damit jeder weiß: Mit Antwort ist nicht zu rechnen. Selbst für einen einzigen Tag Abwesenheit.

In meiner Lebenslage sind die Tagesabläufe selten konstant: Wenn ich zum Wochenstart durch die halbe Republik gondle, um dann für mehrere Tage am Stück beim Kunden vor Ort arbeite und währenddessen im Hotel nächtige, ist die Zeit – nüchtern betrachtet –spärlich für Sport vorhanden. Unzählige Meetings und Konferenzen machen es zudem nicht leichter, Sporteinheiten einzubauen. Und doch klappt das bei mir ganz gut.

Für dieses „schnelle“ Leben eignet sich der Laufsport wirklich prima: Alles, was ich dazu benötige, sind ein paar Laufschuhe und das Shirt samt Laufhose – fertig ist der Sportsmann. Nicht mal eine Turnhalle oder den Fitnessclub muss ich aufsuchen: Raus aus der Bürotür und rein ins Laufvergnügen – ob das nun im naheliegenden Wald ist oder im Industriegebiet des Firmensitzes. Ich bin da ganz flexibel.

Wie ich die Prio Sport kommuniziere und sogar Mitstreiter gewinne

Da kann es dann schon mal sein, dass ich während der Mittagspause losziehe. Das ist ohnehin gesünder, als die Currywurst mit Pommes aus der Firmenkantine. Duschmöglichkeiten für danach haben mittlerweile die meisten Unternehmen eingerichtet, ich erkundige mich einfach frühzeitig darüber.

Und auch nach einem langen Beratungstag ist es ein wahres Geschenk, mich an der frischen Luft auspowern zu dürfen. Oft schon konnte ich dafür Kollegen oder Kunden begeistern, die sich mir spontan angeschlossen haben. Danach schmeckt’s beim Dinner zusammen mit dem Team gleich nochmal so gut. Sollte hier die Zeit knapp bemessen sein, kündige ich mein späteres Dazustoßen einfach vorab an und erläutere die Gründe dafür: Laufen ist eben einfach wichtig für mich, so dass ich meinen Trainingsplan eben an Meetings anpasse. Dafür ernte ich wirklich von allen Verständnis.

Und selbst, wenn das Zeitfenster so eng ist, dass der Laufsport definitiv keinen Platz mehr hat: Eine halbe Stunde für Übungen auf dem Hotelzimmer ist immer drin, etwa gleich nach dem Aufstehen.

Du hast Fragen zu meiner Organisationsstruktur oder deiner Zielerreichung? Willst du wissen, was du konkret für deine optimierte Selbstorganisation tun kannst? Oder möchtest du von deinen Erfahrungen rund um deine Selbstorganisation berichten? Ich freue mich über dein Feedback:

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